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Die Geschichte des Gebäudes

Das Letterenhuis befand sich ursprünglich im „Huis de Beukelaer“ an der Minderbroedersrui. 1959 wurde ein neues und modernes Gebäude an der Minderbroedersstraat eingeweiht.

Das 19. Jahrhundert: „Huis de Beukelaer“

1840 lässt der Reeder Jan Lambrechts an der Minderbroedersrui ein prachtvolles Bürgerhaus errichten. Er wohnt dort mit seiner Familie bis zu seinem Tod im Jahr 1868. In dem Haus befinden sich auch die Büros der Firma Michiels-Loos. Seinen endgültigen Namen verdankt das Haus aber dem Keksfabrikanten Edward de Beukelaer, der dort von 1895 bis 1910 wohnt.

1910: Die Stadtverwaltung kauft das Haus

1910 erwirbt die Stadtverwaltung das Haus und stellt es Antwerpener wissenschaftlichen Vereinigungen zur Verfügung. Es gibt Pläne, in dem Haus ein Observatorium und einen Vortragssaal einzurichten.

1914: Eine deutsche Kommandantur

Mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs landen die Erweiterungspläne in der Schublade. Die deutschen Besatzer machen das „Huis de Beukelaer“ zu ihrer Kommandantur. Nach dem Krieg zieht dort das Kriegsausgleichs-Gericht ein. 1930 findet in Antwerpen eine Weltausstellung statt und 1929 und 1930 ist das Haus die Verwaltungszentrale der Expo.

1933: „Museum van de Vlaamsche Letterkunde“

1933 wird im Haus Minderbroedersrui 17 das „Museum van de Vlaamsche Letterkunde“ eröffnet. Im ersten Stock befindet sich der Hendrik-Conscience-Saal. In den folgenden Jahren werden unter anderem ein Theatersaal und ein Cyriel-Buysse-Saal eingerichtet. 1939 werden auch im zweiten Stock Museumssäle eingerichtet.

Die 40er Jahre: Ausbau

Schnell wird das Haus zu klein. 1940 beschließt die Stadtverwaltung, das Haus und einige Nebengebäude miteinander zu verbinden, wodurch Raum für Sonderausstellungen geschaffen wird. Über den Ausstellungssälen werden die Büros und eine Bibliothek und 1941 wird in den alten Stallungen ein Vortragssaal eingerichtet. Die neuen Gebäudeteile werden Ende des Zweiten Weltkriegs durch deutsche Bomben schwer beschädigt. 1948 kauft die Antwerpener Stadtverwaltung ein angrenzendes Grundstück, auf dem ein Anbau errichtet wird.

1948: Erweiterung in Richtung Minderbroedersstraat

Auf dem Grundstück Minderbroedersstraat 22 befinden sich die Reste eines von Bomben schwer beschädigten Hauses. Das Haus stammt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Erdgeschoss war ab 1888 Sitz der Rechtsanwaltkammer und die übrigen Stockwerke dienten als Mietwohnungen. Einer der Bewohner war Frans Gittens, Theaterdichter und Direktor der Stadtbibliothek.

Der Stadtarchitekt André Fivez entwirft 1948 ein neues, dreistöckiges Gebäude für das Archiv und das Museum. Der Entwurf zeugt von Weitsichtigkeit. Das neue Museum soll zwei unterirdische Magazine, Ausstellungsräume, die rings um einen Innenhof gelegen sind, einen Vortragssaal und ein großes Foyer umfassen. Der Eingang des neuen Museums liegt an der Minderbroedersstraat. Im „Huis de Beukelaer“ an der Minderbroedersrui soll die Museumsverwaltung untergebracht werden. Aber erst 1953 hat die Stadtverwaltung die Geldmittel beisammen, um den Um- und Neubau in Angriff zu nehmen.

1959: Ein moderner Museumskomplex

Das neue Museumsgebäude zeichnet sich durch eine konsequente Linienführung, viel Raum und viel Licht aus. Die eindrucksvolle Betonkonstruktion wird mit blauem Granit verkleidet. Vor allem im Innenhof des Museums kommt die moderne Architektur eindrucksvoll zur Geltung.

Der Komplex wird 1959 eingeweiht. Da der Krieg noch frisch in Erinnerung ist, ist Direktor Ger Schmok besonders glücklich über die beiden bombensicheren Kellergeschosse. Die beiden Keller sind insgesamt 2000 Quadratmeter groß – ein für die damalige Zeit gigantisches Depot, das allerdings heute, 2008, schon wieder viel zu klein ist ...